Iris: Guten Tag, Basilius!

Basilius: Hallo, Iris. Na, da sind wir ja wieder!

Ich hab mir etwas Interessantes für euch ausgedacht!

Iris: Ich sehe schon, du möchtest dich mit uns über einen einzigen kurzen Satz unterhalten.

Hoffentlich wird es unseren Lesern nicht zu langweilig oder eintönig oder – ganz einfach zu kurz!

Basilius: Iris, vergiss nicht: wir unterhalten uns über die Kirche, über die katholische Kirche.

Katholisch heißt: allumfassend. Wir unterhalten uns also über ein allumfassendes Thema.

Wahrscheinlich reicht der Platz gar nicht aus …

Iris: Katholisch heißt allum-fassend? Das habe ich nicht gewusst. Da möchte ich dich doch gleich fragen …

Basilius: … wollen wir nicht von vorne beginnen? Des Überblickes wegen? Du weißt, für unsere Leser…

Iris: Ja, du hast recht. Beginnen wir also bei der EINEN Kirche. Wir glauben EINE Kirche.

Basilius: Entschuldigung, wir glauben DIE EINE Kirche.

Iris: Hu, heute geht es ganz schön genau zu!

Basilius: Wir glauben ja nicht irgendeiner Kirche.

Iris: Richtig. Kannst du uns zuerst einmal sagen, was ist denn eigentlich mit Kirche gemeint?

Basilius: „Kirche“ leitet sich einmal von dem griechischen Wort „kyriaké“ ab und bedeutet „zum Herrn gehörig“.

Ebenfalls aus dem griechischen kommt das Wort „ekklesia“ – das bedeutet: „Heraus-rufung“.

Also, die, die der Kirche angehören, sind die Gerufenen, die Heraus-gerufenen, diejeni-

gen, die durch die Taufe dem Herrn angehören.

Iris: Das hat mit einem Gebäude vorerst nichts zu tun?

Basilius: Genau. Die Bezeichnung Kirche für das Gotteshaus ist hier zweitrangig.

 

Die entscheidende Bedeutung ist das Gerufen-sein. Der, der ruft ist Gott.

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Iris: Gut, verstanden. Was ist dann aber mit der Institution?

Basilius: Natürlich braucht es die Organisation genauso wie einen Versammlungsraum. Das macht aber nicht das Wesen der Kirche.

Iris: Und wie ist das nun gemeint mit der EINEN KIRCHE?

Basilius: Die Einheit ist das Markenzeichen für Christus und seine Jünger.

„Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17, 21)

Iris: Einheit ist ein starkes Zeichen. Der dreifaltige Gott ist eins oder einig … Das möchte er auch von seiner Kirche, damit alle sehen, es ist Gottes Kirche und damit glaubwürdig. Aber wie sieht es denn bei uns damit aus???

Basilius: Der hl. Franziskus betet folgendermaßen:

„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt …“

Einheit beginnt im Herzen eines jeden einzelnen Menschen. So kann jeder ganz viel, um nicht zu sagen alles zur Einheit der Kirche beitragen.

Iris: Da haben wir alle ganz schön Verantwortung. Vor allem hat jeder genug zu tun, muss gar nicht auf die anderen schauen oder auf die anderen warten, bis sie die Einheit herstellen.

Basilius: Mutter Teresa wurde einmal gefragt, was sich ihrer Meinung ändern müsste, damit sich die Welt und die Kirche ändern. Darauf antwortete sie schlicht: „Sie und ich!“.

Iris: Nun glauben wir aber nicht nur an DIE EINE Kirche; wir glauben auch, dass diese Kirche HEILIG ist!

Basilius: Im Brief an die Römer schreibt Paulus „an alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: …“ (Römer 1,7)

Durch die Taufe sind wir alle zur Heiligkeit berufen und auch geheiligt!

Iris: Leider merkt man das nicht immer in der Kirche.

Basilius: „Die Kirche ist heilig und birgt in ihrem Schoße Sünder“ (Sacrosanctum Concilium, Vatikanum II). Und auch hier gilt: jeder kann nur sich selbst ändern, nicht die anderen. Aber die Welt und die Kirche verändert sich, wenn jeder einzelne sich dem Guten zuwendet.

Iris: Eigentlich dreht es sich immer wieder um das gleiche: um die Eigenverantwortung des Einzelnen.

Basilius: Das ja auch meint das II. Vatikanische Konzil mit der Mündigkeit der Christen.

Natürlich ist es einfacher, die Veränderungen von anderen zu erwarten. Doch Jesus Christus ruft jeden Einzelnen in seiner Verantwortung in SEINE Nachfolge. Mit den je eigenen Begabungen, Fähigkeiten und Talenten.

Außerdem dürfen wir etwas Wichtiges nicht vergessen. „… Christus ist in seiner Kirche immerdar gegenwärtig“ (Vat. II, Sacrosanctum Concilium) und deshalb ist die Kirche heilig.

Sie ist heilig, weil Gott in ihr anwesend ist. Das ist er trotz und gerade bei allen menschlichen Fehlern und Schwächen, die es (leider) auch in der Kirche gibt.

Dann kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: der apostolischen Kirche. Wir kommen gleich auch auf die „katholische Kirche“ zu sprechen. Ich möchte nur gerne an das eben Gesagte anknüpfen. Jeder Mensch ist ein Apostel für seine Umgebung, in dem er den Glauben an Jesus Christus lebt und verkündet mit den Möglichkeiten, die ihm gegeben sind.

Das Gedicht von Hilde Domin ist für mich wie ein Gebet: „Nimm den Eimer – trage dich hin – Wisse du trägst dich – zu Dürstenden. Wisse du bist nicht das Wasser – du trägst nur den Eimer – Tränke sie dennoch“

Iris: Manchmal hat man den Eindruck, wenn die Umstände anders wären, die Menschen anders, die Zeit anders, einfach alles anders wäre, dann könnte auch ich ein Apostel sein. Du hast uns eben ganz klar gesagt, dass jeder gerade da, wo ihn das Leben hingestellt hat, „das Wasser des Glaubens“ zu den Menschen tragen kann.

Basilius: Wir haben am Anfang schon erwähnt, dass „katholisch“ für allumfassend steht.

Gott liebt jeden Menschen, er will, dass wir glücklich sind, er will dies für alle und überall. Seine Liebe und sein Heilswille umfasst alles.

Iris: Basilius, du hattest wieder einmal recht. Man könnte sich tatsächlich noch länger über diesen einen Satz aus dem Glaubensbekenntnis unterhalten. Doch du hast uns jetzt schon so viele Anregungen mitgegeben. Das reicht gut aus bis zur nächsten Ausgabe des CI. Danke dafür!