Basilius: Hallo, Iris!

Iris: Guten Tag, Basilius. Schön, dass du noch einmal bei uns bist!

Basilius: Wir kommen heute ja zum letzten Abschnitt aus dem großen Glaubensbekenntnis.

Iris: Richtig. Ich hab da vorneweg noch eine ganz andere Frage: Wie kam es eigentlich, dass bereits im 4. Jahrhundert eine so genaue Festlegung der Glaubensinhalte vorgenommen wurde?

Basilius: An den christlichen Glauben wurden immer Anfragen gestellt. Auch wollte man das Evangelium, den Glauben an Jesus Christus, auch an die nächsten Generationen weitergeben. Natürlich gab es plötzlich Meinungsverschiedenheiten (höflich ausgedrückt), ja sogar Streitigkeiten und in kürzester Zeit sah sich die junge Kirche mit Irrlehren konfrontiert.

Die Konzilien waren eine Antwort darauf. Es wurde versucht, die Glaubensinhalte zu formulieren und damit auch fest zu legen.

Iris: Das heißt also, wer sich zum christlichen Glauben bekannte, musste übereinstimmen mit diesen Lehraussagen der Kirche. Eigentlich ist das heute auch nicht anders.

Basilius: Ja, natürlich. Da hast du recht. Ich möchte dazu auf zwei Aspekte aufmerksam machen.

1. Plötzlich versuchen Menschen, die göttliche Offenbarung und das göttliche Geheimnis in menschliche Worte zu kleiden. Wir Menschen sind, wenn es um das Verständnis Gottes geht, begrenzt. Es ist für uns schwierig, Allmacht, Unendlichkeit, Liebe in ihrer reinsten Form usw. denken zu können.

Hilarius von Poitiers beschreibt es so: „Das, was in der gläubigen Innerlichkeit des Herzens verborgen bleiben sollte, ist nun der Gefährdung durch das Menschenwort ausgesetzt.“ (De Trinitate II,2)

„Ohne Zweifel war dabei das begriffliche Rüstzeug der griechischen Philosophie, die den Bischöfen und Theologen der damaligen Zeit vertraut war, eine große Hilfe.“ (Alfred Läpple, Kleine Kirchengeschichte, S. 56).

Iris: Deshalb finden wir die Texte oft alle so schwer verständlich!

Basilius: Ja, genau. Ich möchte darauf später noch einmal zurück kommen. Jetzt noch den

2. Aspekt: Kirche und Staat waren sehr eng miteinander verbunden. Jede Unruhe und Uneinigkeit im religiösen Bereich bedeuteten auch eine Gefahr für die Stabilität des weltlichen Reiches. Deshalb waren auch die Kaiser als weltliche Herrscher an einer Klärung innerhalb der Kirche interessiert.

Iris: Allerdings aus ganz anderen Beweggründen. Ihnen ging es wahrscheinlich in erster Linie um die Festigung ihrer Macht!

Basilius: Ja, ganz genau. Trotzdem unterstützten sie die Konzilien, bzw. wurden die Konzilien von den Kaisern einberufen. Obwohl es ihnen nicht in erster Linie um die Verkündigung des Glaubens ging, haben sie auf ihre Weise dazu beigetragen. Die enge Verknüpfung von Staat und Kirche hatte Vor- und Nachteile. Und es dauerte sehr lange, bis die Kirche eigenständig wurde und sich aus dem Einflussbereich des Staates lösen konnte.

Iris: Ich versuche gerade, eine Verbindung zum „Heute“ her zu stellen!?

Basilius: Die Geschichte der Kirche kann uns lehren und zeigt uns, dass letztlich alles in Gottes Hand ruht. Er kann und wird alles dazu verwenden, dass wir IHN in allem erkennen können. Der hl. Ignatius von Loyola drückt es so aus: „Gott suchen und finden in allen Dingen.“

Iris: Das kann auch manchmal Angst machen.

Basilius: Wie meinst du das?

Iris: Wir sind Gott so ausgeliefert!

Basilius: Gott ist die Liebe. Wenn wir Gott ausgeliefert sind, sind wir der Liebe ausgeliefert.

Iris: So gesehen geht es uns gut, wenn wir Gott ausgeliefert sind.

Basilius: Ja. Das heißt nicht, dass es nicht Zeiten gibt, in denen wir ihn gerade nicht verstehen. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass „Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt!“ (Röm 8,28)

Ich möchte darauf zurück kommen, was ich weiter oben schon angekündigt habe.

In diesem letzten Abschnitt des Glaubensbekenntnisses beten wir: „Wir erwarten die Auferstehung der Toten …“ Ist das eigentlich nicht ungeheuerlich?

Iris: Ja, auf jeden Fall!

Basilius: Wir können die Auferstehung Jesu nicht beweisen. Wir können aber auch nicht beweisen, dass er nicht auferstanden ist. Wir glauben es, weil wir dem Wort Gottes glauben.

Wir können diesen Glauben aber nur bedingt erklären. Doch wir können eine Erfahrung im Glauben machen. Das heißt mit anderen Worten: wir können Gott erfahren, wir können eine Erfahrung mit Gott machen, Gott läßt sich von uns erfahren, Gott will erfahrbar sein, Gott „organisiert“ für uns eine Erfahrung mit ihm.

Ist das nicht großartig?

Iris: Hast du deshalb auch das nachstehende Gebet ausgewählt?

Basilius: Ja. Gott erfahren wir auf ganz unterschiedliche Weise. Er hat unzählige Möglichkeiten. Immer aber steht ER dahinter.

Das ist auch mein Wunsch an euch alle: möget ihr eine Erfahrung mit Gott machen können.

Denn dann kann man auch an die verrücktesten Dinge glauben wie an die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.