„Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit,

zu richten die Lebenden und die Toten;

seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“


Basilius: Sei gegrüßt, Iris! Schön, dich wieder zu sehen.

Iris: Hallo, Basilius! Die Freude ist ganz meinerseits!

Sag mal, Basilius, feiert ihr im Himmel auch Fasching?

Basilius: Mit verkleiden, Umzügen, Bällen, Fasnatküchle usw.???

Nein, so nicht. Weißt du, im Himmel ist die Freude immer in uns.

Ist das unser Thema heute?

Iris: Nein, ganz und gar nicht. War nur so ein spontaner Einfall von mir.

Wir machen weiter mit dem Glaubensbekenntnis. Ich finde, heute unterhalten wir uns

über einen schwer verständlichen Abschnitt unseres Glaubensbekenntnisses, wie man

schon an der Überschrift feststellen kann.

Ich glaube, ich lass vor allem dich reden!

Basilius: Na, dann wollen wir doch gleich mal richtig los legen.

Iris: Im vergangenen Dezember war wieder einmal viel die Rede vom Weltuntergang.

Manche hatten ja auch wirklich Angst davor – und passiert ist gar nichts. Gottlob!

Basilius: Nun ja, ob da auch die Wiederkunft Christi gemeint war mit dieser Ankündigung des Weltuntergangs – das kann man ja nun nicht so genau wissen.

Aber schauen wir doch einmal in die Bibel:

Da gibt es Abschnitte (gerade im Matthäusevangelium) in denen Jesus vom Ende und vom Kommen des Menschensohnes spricht. Gleichzeitig sagt er auch sehr klar und deutlich:

„Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Mt 24,36)

Macht es also Sinn, wenn wir Spekulationen über einen Zeitpunkt anstellen?

Iris: Eigentlich nicht …

Basilius: Genau! Da brechen viel Sensation, Voraus-wissen-wollen und andere verständliche menschliche Reaktionen durch.

Iris: Was will uns Jesus denn damit sagen?

Basilius: Allein im neuen Testament gibt es über 20 Stellen, an denen Jesus sagt: „Fürchtet euch nicht“. Er gibt auch Gründe an, warum wir uns nicht fürchten sollen und nicht fürchten müssen: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

(Mt 24,35); „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20);

Iris: Jesus will uns also sagen, wir sollen den Blick nicht auf das Ende der Welt richten, sondern auf IHN.

Basilius: Du hast in einem Satz sehr klar zusammen gefasst, was ich versuche ausführlich zu erklären. Was passiert nämlich, wenn wir in „Weltuntergangsstimmung“ leben?

Iris: Wir haben Angst, vieles macht keinen Sinn mehr …

Basilius: Will Gott das? Nein, das will er nicht! Er möchte, dass es uns gut geht. Deshalb sagt er uns, dass er seine Hand über uns hält, dass unsere Zeit bei ihm aufgehoben ist, dass wir in ihm geborgen und beschützt sind.

Iris: Das wiederum hilft uns, in der Gegenwart zu leben und nicht in der Vergangenheit oder ängstlich in der Zukunft.

Basilius: Einen weiteren Aspekt möchte ich mit dir anschauen.

Iris: Ja, bitte!

Basilius: Jesus spricht immer wieder von der Wachsamkeit!

Ich würde Wachsamkeit beschreiben mit: in-der-Gegenwart-leben!

Das meine ich in verschiedenen Belangen:

Verantwortung, Freude und Gelassenheit.

Iris: Das ist ja eine ganz neue Sichtweise.

Kannst du das noch ein bisschen erklären?

Basilius: Welchen Zeitpunkt in unserem Leben können wir gestalten?

Iris: Nur den Augenblick.

Basilius: Genau! Was vergangen ist, können wir nicht mehr ändern, was kommt, steht nicht in unseren Händen. Aber was gerade ist, dafür sind wir verantwortlich.

Iris: Manchmal blickt man aber auf Fehler in der Vergangenheit zurück und das kann belastend sein.

Basilius: Ja, aber lassen sich Situationen verändern, nur weil sie uns belasten?

In keinem Leben verläuft alles glatt. Natürlich machen wir alle auch Fehler – vielleicht nennt man es aber auch manchmal besser Erfahrungen. Wir dürfen lernen und wenn wir wirklich versagt haben es Gott geben und wieder neu beginnen. Das bedeutet es auch: Verantwortung wahrnehmen. Dann aber dürfen wir mit Freude und Gelassenheit in jeden neuen Tag gehen.

Iris: Darüber muss ich nachdenken. Vielleicht geht es manchen Lesern auch so.

Jetzt weiß ich auch schon meinen Vorsatz für die Fastenzeit: Wachsamkeit!

In der Gegenwart leben in Verantwortung, Freude und Gelassenheit.

Da bleibt auch gar kein Platz mehr für Angst oder ähnliches.

Basilius: Gott will auch nicht, dass wir Angst haben.

Schauen wir noch ganz kurz auf den letzten Satz des Glaubensartikels, den wir heute besprochen haben: „… seiner Herrschaft wird kein Ende sein“.

Wo ist das „Herrschaftsreich“ Gottes? Es ist kein bestimmter Platz auf der Welt, kein Land oder ähnliches. Das Reich Gottes ist in den Herzen der Menschen.

„Wo Gott ist, da ist Zukunft“ (Benedikt XVI). Ich möchte noch hin zu fügen: Wo Gott ist, da ist Leben in Fülle, ist Freude und Zuversicht.