Iris: Hallo, Basilius!

Basilius: Grüß dich, Iris! Na, hast du gute Erfahrungen gemacht mit dem „Atem Gottes“?

Iris: Hab ich! Und ich denke, die werden sich noch weiter vertiefen. Es ist wunderbar, in meinem Atem den Atem Gottes zu meditieren. Und ich hoffe, dass es auch so manchen von unseren Leserinnen und Lesern so ergangen ist.

Basilius: Und worum geht es heute? Noch einmal um den Hl. Geist?

Iris: Du sagst es! Schließlich stehen da in unserem Credo noch einige spannende Sätze. Habt ihr euch die auch so hart errungen wie im Bekenntnis über den Vater und den Sohn?
Basilius: Das kann man wohl sagen! Nachdem klar war, dass der Sohn vom Vater gezeugt, nicht geschaffen wurde, kam schon die Frage auf, wie denn das mit dem Geist sei. Ist er auch gezeugt und somit Sohn des Vaters? Oder kommt er vom Sohn – oder wie geht das?

Iris: Irgendwie spannend und irgendwie heute auch schon fast nicht mehr nachvollziehbar…

Basilius: Und doch musste die Frage geklärt werden: Wer ist der Heilige Geist?

Iris: Und dann habt ihr wohl mal in die Heilige Schrift geschaut.

Basilius: Und genau sie hat gezeigt, dass es mit dem Geist schon etwas Besonderes auf sich haben muss. Einige meinten ja durchaus, er sei nicht Gott. Aber die Schrift spricht anders über ihn…

Iris: Ich habe mich schlau gemacht und entdeckt, dass im Alten Testament das Wort „Geist des Herrn“ 42 mal verwendet wird. „Geist“ kommt gar 174 mal vor! Und im Neuen Testament finde ich 346 Treffer!

Basilius: Schon am Beginn der Heiligen Schrift, im Bericht von der Erschaffung der Welt, hat der Hl. Geist einen festen Platz: Er war es, der über den Wassern schwebte, ehe Gott die Erde und den Menschen schuf.[1]

Iris: Da habe ich etwas Schönes entdeckt: Martin Buber hat darauf hingewiesen, dass das Schweben des Geistes über den Wassern jenes Vibrieren meint, das die Henne vollzieht, wenn sie über den Eiern brütet.

Basilius: Ein Ausdruck dafür, dass der Geist, die Ruach, wie das hebräische Wort für Geist ja heißt, die Mutter allen Lebens in der Schöpfung ist.

Iris: Und das wird dann ja auch sicht - und spürbar, indem Gott diese Ruach dem Menschen in die Nase bläst – im Credo sprechen wir ja auch davon, dass der Geist der ist, der lebendig macht!

Basilius: Genau! Und im Credo bekennen wir auch, dass der Geist „gesprochen hat durch die Propheten“. Das Wort der Propheten ist also zutiefst Gottes Wort an und uns für uns!

Iris: Und sein Wirken im Neuen Testament?

Basilius: Beginnt an Maria, als der Engel ihr ankündet, dass Heiliger Geist sie überschatten wird.

Iris: Und ganz deutlich wird es dann ja im Leben und Wirken Jesu – von seiner Taufe im Jordan angefangen.

Basilius: Und wie wir schon letztes Mal gesehen haben: Der Auferstandene haucht die Jünger an und sagt ihnen zu, dass sie damit den Heiligen Geist empfangen.

Iris: Und dennoch schickt er sie dann nach seiner Himmelfahrt nach Jerusalem zurück, wo sie den Beistand erwarten sollen?

Basilius: In der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten sollten sie sich im gemeinsamen Gebet auf die Wirkungen dieses Heiligen Geistes vorbereiten.

Iris: Na, der hat sie dann ja ganz ordentlich aufgerüttelt und angespornt, die Botschaft von Jesus zu verkünden!

Basilius: Ja, dieser „Geist, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht und mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird“, bringt alle Wirkungen Gottes zur vollen Blüte, könnte man sagen. „Er ist der Ursprung der Heiligkeit. Er bietet durch seine Person jeder geistigen Kraft eine Art von Erleuchtung an, dass sie die Wahrheit finden kann.“[2]

Iris: Das klingt ein wenig kompliziert?

Basilius: Ist es aber nicht. Es ist ganz einfach so „wie mit einem Sonnenstrahl. Seine Wohltat ist bei dem, der sie genießt, als gäbe es nur ihn allein. Und doch leuchtet er über Land und Meer und durchdringt den Luftraum“.

Iris: Und wie mit diesem Sonnenstrahl ist es mit dem Heiligen Geist?

Basilius: Genau. „Er ist bei jedem, der für ihn empfänglich ist, als gäbe es nur ihn allein, und doch schenkt er allen seine Gnade.“

Iris: Das finde ich sehr schön!

Basilius: Ja, der Heilige Geist ist ganz für uns da.

Iris: Wir bekennen im Credo den Geist, „der Herr ist und lebendig macht“. An den Jüngern nach Pfingsten erkenne ich das klar, bei uns sehe ich das nicht immer so deutlich…

Basilius: Nicht immer ist sein Wirken so dramatisch wie damals an Pfingsten! Fast immer wirkt er still – wie damals bei Maria. Du erinnerst dich bestimmt an so manche Situation in deinem Leben, wo du erfahren durftest, dass da etwas in Bewegung gekommen ist, dass etwas neu lebendig geworden ist. Vielleicht nicht auf einmal und plötzlich, sondern eher im Wachsen und Werden. Dann kannst du sicher sein, dass der Heilige Geist, der lebendig macht, am Werk war!

Iris: Mir kommen auch noch die „Früchte des Geistes“ in den Sinn, die Paulus in seinem Brief an die Galater aufzählt.[3]

Basilius: Wunderbar! An ihnen kannst du erkennen, dass der Geist in dir ist und in dir wirkt: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit!“[4]

Iris: Jetzt freue ich mich richtig, dass wir das Pfingstfest und die Pfingstnovene noch vor uns haben, Sie geben uns Gelegenheit, nochmals intensiv um diesen lebendigmachenden Geist und seine Früchte zu beten – für uns selber und für alle Menschen!

Basilius: Das ist wunderbar! Und denk weiter daran, dass dein Atem dir zum Bild und zum Weg wird, diesen Heiligen Geist Gottes in dich aufzunehmen.

Iris: Und nicht nur dran denken will ich, sondern es weiter üben und vertiefen!

Basilius: Und noch eine Anregung für dich und alle unsere Leserinnen und Leser: Das Nachdenken über den Hl. Geist und das Pfingstfest können uns auch an unsere Firmung erinnern, in der wir mit der Gabe Gottes, eben dem Heiligen Geist besiegelt wurden.

Iris: Oh, danke für diese Erinnerung! Pfingsten ist dann auch einen gute Zeit, um diese Frimgnade zu erneuern!



[1] Gen 1,2

[2] und folgende Zitate: Basilius der Große: Über den Hl. Geist.

[3] Gal 5,22,

[4] 2 Kor 3,17