Iris: Grüß dich, Basilius!

Basilius: Sei gegrüßt, Iris! Herzlichen Glückwunsch zur 50. Ausgabe des ChristImpuls!

Hast du das Weihnachtsfest gut verbracht?

Iris: Ja, dank der schönen Gedanken, die wir im Dezember ausgetauscht haben! Aber heute geht es ja noch einmal um das Weihnachtsgeheimnis. Geht es doch im Großen Glaubens-bekenntnis weiter mit den Worten:

Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Basilius: Ja, das ist noch ein besonders schöner Satz des „Credo“!

Iris: Mich berührt gleich das erste, das „Für uns“…

Basilius: Ja, so ist Gott! Wenn er etwas tut, einen Schritt setzt, dann ist es „für uns“.

Iris: Na ja, da muss ich aber schon noch einhaken: So manche Schritte Gottes, wenn man sie so nennen will, scheinen nicht für, sondern gegen uns zu sein: So manches Leid, mancher Konflikt, den er zumindest nicht verhindert…

Basilius: Du hast Recht: Manches ist nicht leicht oder gar nicht zu verstehen von den Fügungen Gottes. So manches Mal scheint er uns Menschen in ein Dilemma zu führen, das wir allein nicht gelöst bekommen. So ist es ja auch Maria ergangen.

Iris: Wie meinst du das?

Basilius: Na, ist das kein Dilemma, wenn du vorhast, jungfräulich zu leben – und dann kommt so ein Engel und sagt dir, dass du Mutter werden sollst?

Iris: Allerdings. Und für dieses Dilemma hatte Gott ja eine tolle Lösung: Maria durfte Jungfrau und

Mutter sein!

Basilius: Das ist so ein großes Beispiel dafür, wie Gott das Dilemma eines Menschen lösen kann – wenn er nur die Lösung Gott überlassen will!

Iris: Du meinst also, dass Gott immer für uns ist?

Basilius: Das sagt schon Paulus in seinem Brief an die Römer:[1] Und wenn Gott für uns ist, dann kann gegen uns sein, wer immer will – er kann uns im Letzten nichts anhaben!

Iris: „Für uns Menschen und zu unserem Heil“ – das ist noch einmal eine Verdeutlichung, worum es Gott geht, oder?

Basilius: Ganz genau. Es ist wieder das: Gott will das Beste für uns, eben unser Heil. Und zu diesem Heil hat er den Schritt gesetzt, dass sein eingeborener Sohn vom Himmel auf unsere Erde kam.

Iris: Er ist vom Himmel gekommen - das erinnert mich schon wieder an Paulus und den Hymnus, den er überliefert im Brief an die Philipper: Jesus „war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen.“[2]

Basilius: Kannst du eigentlich mit dem Wort „entäußern“ etwas anfangen?

Iris: Es klingt nicht schlecht aber…

Basilius: Entäußern meint: Etwas aufgeben, sich von etwas trennen, etwas weggeben.

Iris: Hm, dann meint das also, dass Jesus, der Sohn Gottes, sein Gott-sein, sein Im-Vater-Sein, zurückgelassen hat, um Mensch zu werden? So wie Pauls sagt: Er hielt nicht dran fest, wie Gott zu sein?

Basilius: Genau das meint es. Und der Hymnus bei Paulus singt ja weiter: Er wurde den Menschen gleich, sein Leben war das eines Menschen.

Iris: Und das meint so ganz und richtig Mensch – mit allem, was dazugehört!

Basilius: Gott ist der Herr, und uns ist er erschienen, nicht in der Gestalt Gottes, damit er das Schwache nicht erschrecke, sondern in der Gestalt eines Knechts, um das Geknechtete zur Freiheit zu führen.“[3]

Iris: Und mit „Knecht“ ist wieder einfach der Mensch gemeint, oder?

Basilius: Der Mensch, der geknechtet ist vom Unheil der Sünde, die Jesus weggenommen hat.

Iris: „Er hat Fleisch angenommen“ – davon spricht Johannes, wenn er sagt: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“[4]

Basilius: Das meint noch einmal das Gleiche: Dass er ganz Mensch geworden ist, dass er alles Menschliche, eben unser „Fleisch“, unseren menschlichen Leib, unsere irdische Existenz, angenommen hat.

Iris: „Durch den Heiligen Geist“ – das ist wieder spannend.

Basilius: Es erinnert dich mit Sicherheit sofort an die Geschichte, wo Maria verkündet wird, dass sie den Sohn Gottes empfangen soll.

Iris: Ja, dort heißt es, dass Maria von Heiligem Geist überschattet werden soll.

Basilius: „Die heute viel beredte ‚weibliche’ Seite Gottes, das mütterliche Geheimnis der Dreifaltigkeit, ist im Heiligen Geist zu suchen und zu finden.“[5]

Iris: Was heißt das konkret?

Basilius: „Konkret besagt dies, dass der Gottessohn vom Vater und vom Heiligen Geist in unsere Welt kommt, und dass mit seinem Kommen der Heilige Geist in unserer Welt Wohnung nimmt.“[6]

Iris: Dann ist also der Heilige Geist die Quelle des Lebens und Wirken Jesu?

Basilius: „Das Leben und Wirken Jesu weisen deshalb eine derart schöne Melodie auf, weil ihr Notenschlüssel der Heilige Geist ist.“[7]

Iris: Und was ist mit Maria?

Basilius: Mit ihr ist es etwas Wunderbares! Wollte doch Gott einen Menschen, eine Frau „brauchen“, um seinem Sohn einen menschlichen Leib zu bereiten.

Iris: Also, das freut und fasziniert mich schon immer sehr! Ich finde, dass sich darin auch eine riesige Wertschätzung Gottes der Frau gegenüber ausdrückt!

Basilius: Wobei du schon auch den hl Josef nicht ganz vergessen darfst. Für die rechtliche Situation des Jesuskindes war er ebenso wichtig. Jesus brauchte als Menschenkind Vater und Mutter, um heranreifen und in seine Aufgabe hineinwachsen zu können.

Iris: Und das alles unter dem Vorzeichen „Für uns“. Das könnte man wohl über das ganze Leben Jesu weiter denken:

Die Wunder: Für uns.

Sein Predigen: Für uns.

Seine Beten: Für uns.

Seine Suche nach Gemeinschaft mit den Menschen: für uns.

Sein Ringen um den Willen Gottes: Für uns.

Sein Kreuzweg: für uns.

Sein Sterben: Für uns.

Sein Auferstehen: Für uns.

Die Sendung des Heiligen Geistes: Für uns:

Sein Wiederkommen: Für uns.

Basilius: „Für uns und zu unserem Heil“ – genau darum geht es Gott, genau darum hat er seinen Sohn in die Welt gesandt, genau darum hat er ihn diesen Weg gehen lassen.

Iris: Immer für uns – ist das nicht wunderbar!

Basilius: Das kann man wohl laut sagen! Und es darf uns Mut machen und uns einladen, diesem Gott zu danken, der so „für uns“ lebt und für uns da ist, als er „Emmanuel“, der Gott mit uns und für uns!



[1] Röm 8, 31

[2] Phil 2,5-7

[3] Basilius, 18. Predigt

[4] Joh 1,14

[5] Kurt Koch

[6] Kurt Koch

[7] Kurt Koch