Die Liebe Gottes verkünden!                                                                                             

Ich heiße Hans Jürgen Tinkhauser und komme aus Bludesch, wo ich im Jänner 1965 das Licht der Welt erblickte. Als ich mit sechs Jahren in die Volksschule Bludesch einschulte, wurden alle Kinder vom Lehrer nach ihrem Berufswunsch gefragt. Ich sagte damals als Einziger: „Ich will Pfarrer werden“, und die ganze Klasse hat gelacht. Bei meiner Weihe zum Diakon im Mai 2003 im Kloster Maria Stern Gwiggen waren einige Mitschüler von damals dabei, die sich noch an diese Begebenheit erinnern konnten. Nach der Hauptschule begann ich eine Lehre als Einzelhandelskaufmann. Ungewollt und ohne übertriebenen Ehrgeiz absolvierte ich einen innerbetrieblichen Aufstieg. Im Unternehmen hatte ich die Position eines Großmarktleiters, war Mitglied des Aufsichtsrates und Betriebs-rates. Im Hinterkopf hatte ich aber immer einen anderen Berufswunsch. Mein Beruf als Einzelhandelskaufmann hat mich zufrieden gestellt, doch war es nicht meine Lebenserfüllung.

Im Alter von 33 Jahren kam es dann zum großen Umbruch. 1997 trat ich aus meinem Beruf aus und ging in das Seminar für Priesterspätberufene nach Horn bei Wien. Im Oktober 1998 kam ich ins Priesterseminar und an die Universität nach Innsbruck, um Theologie zu studieren.

Ab März 2002 studierte ich zusätzlich an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen in Südtirol. Auf persönlichen Wunsch absolvierte ich mein Pastoraljahr in der Stadtpfarrei St. Michael in Brixen. Im September 2004 begann mein Dienst als Diakon in den Pfarreien Tschagguns und Silbertal. Im Frühjahr 2005 fragte mich der damalige Generalvikar Dr. Elmar Fischer, ob ich bereit wäre, mich für die Pfarreien Götzis und Altach zur Verfügung zu stellen. Noch während des Gespräches bekam Dr. Elmar Fischer meine Zusage.

Am 16. November 2008 erhielt ich zusammen mit Pio Reinprecht in Götzis die Priesterweihe durch Bischof Elmar Fischer. Am ersten Adventsonntag 2008 feierte ich in meiner Heimatgemeinde Bludesch die Primiz.

„Die primäre Aufgabe eines Priesters ist, Gottes Liebe zu verkünden, damit die Menschen auf diese Liebe Gottes antworten und selber dabei glücklich werden.“

Dieses Zitat stammt aus der Primizpredigt vom 30. November 2008 in Bludesch, von Prof. Dr. Karl Golser, Bischof von Bozen-Brixen.

In diesem Satz steckt für mich die zentrale Aufgabe eines Priesters. Die Liebe Gottes sichtbar und spürbar für den Menschen zu machen. Die Liebe Gottes wurde für uns ersichtlich durch das fleischgewordene Wort Gottes, welches Jesus Christus ist. Seine Liebe war so stark, dass sein Sohn sein Leben für uns am Kreuz hingab. Den Blick gerichtet auf Jesus den Christus, dessen Herz sie durchbohrten. Bei der Feier der Eucharistie wird dieser Hingebungsakt Jesu ge-feiert. Jesu Christi Tod und Auferstehung werden in der heiligen Messe gefeiert, dadurch werden die Gaben von Brot und Wein durch die Wandlung reale Ge-genwart seines Leibes und Blutes.

Es ist unsere Aufgabe diesen Liebesakt Gottes den Menschen zu verkünden, da-mit sie dieses große Mysterium durch das Sakrament des Altares immer tiefer erfassen und sie Gott immer ähnlicher werden, bis jeder selbst diese Erfüllung in Gott durch Jesus Christus findet.

 

Mag. Hans Jürgen Tinkhauser Kaplan