Herr, ich lobe und preise dich!

Du hast mich zur Freude erschaffen und berufen.

Du selber bist meine Freude,

und in dir zu leben

macht mir möglich,

in der Freude zu leben.

Ich danke dir dafür!

Und ich bitte dich:

erneuere in mir und in allen, die deinen Namen tragen,

die Freude!

So vieles will uns hindern,

in deiner Freude zu leben.

Lass es uns erkennen                                                            

durch deinen Hl. Geist

und schenke uns Tapferkeit, um alle Hindernisse

zu überwinden.

Gib uns offene Augen für alles, was du uns schenkst

und bereite unsere Herzen

für das große Geschenk

deiner Menschwerdung,

für das wir dir danken,

dich loben und preisen,

heute und immer. Amen.


"Christimpulse" für das Leben der Freude im Alltag

 

Lächeln       jeden Abend für drei Dinge danken, die ich an diesem Tag erlebt habe – das schärft die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, auch auf die kleinen Dinge die uns im Alltag geschenkt werden…

Lächeln      „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“: einfach mal ausprobieren und dem Nächstbesten ein Lächeln schenken – und damit selber beschenkt sein…

Lächeln    Sich vornehmen: nur für heute will ich irgendjemandem eine Freude bereiten

Lächeln    Gemeinschaft suchen – zum Erfahren und Teilen der Freude am Herrn…

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!
Noch einmal sage ich:
freut euch!
der Herr ist nahe!

 

Paulus im Brief an die Philipper (4,4)

 

Iris – die mit den offenen Augen: Shalom, Paulus!

Paulus: Hallo, Iris!

Iris: Echt nett, dass du dir Zeit nimmst für unser Gespräch – aber Zeit ist ja für dich im Himmel wohl kein Thema mehr! Aber wir feiern in der Zeit deinen 2000. Geburtstag. Wie gefällt dir das Paulusjahr bis jetzt?

Paulus: O, ganz gut, vor allem dort, wo ganz klar zum Ausdruck kommt, dass es nicht um Paulus, Apollos, Kephas oder sonst jemanden geht[1], sondern um unseren Herrn Jesus Christus. Dort habe ich große Freude!

Iris: Da  hast du mir jetzt mein Stichwort gegeben, ich möchte nämlich gern mit dir über die christliche Freude sprechen.

Kannst du mir bitte mal erklären, wie du das gemeint hast, was du an die Philipper – und damit ja auch an uns – geschrieben hast: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“[2]
Dieses Wort hören wir jetzt im Advent öfters, und ich muss ehrlich sagen dass ich mich schon manchmal frage, wo wir  in unserer dekadenten Welt
noch Gründe zur Freude finden – und dann noch „jederzeit“…?

Paulus: Du hast da eben einen wesentlichen Teil meiner Aussagen überlesen: nämlich das Wort „im Herrn“. „Freut euch im Herrn“ habe ich geschrieben. Meinst du nicht auch, dass das nochmals ein anderes Licht auf die Freude werfen könnte?                          

Iris: Hm, „sich freuen im Herrn“, was meint denn das eigentlich? „Herr ist Jesus Christus“[3], das ist klar. Aber: sich freuen in Jesus Christus - wie geht das?

Paulus: Denk mal an das, was Jesus selber über die Freude gesagt  hat!

Iris: Er will, dass unsere Freude vollkommen ist[4] - also, davon merke ich nicht viel… Jesus bringt die Freude mit der Liebe in Zusammenhang -  vielleicht hakt es ja hier?

Paulus: Wenn du genau hineinhörst in das Wort Jesu, dann fällt dir noch auf, dass er dich auffordert, in ihm zu bleiben, in seiner Liebe.


Iris: Das heißt, sich freuen im Herrn könnte meinen, in Jesus zu bleiben, in ihm die Liebe leben – und daraus folgt dann die Freude?

Paulus: Nicht schlecht!

Iris: Trotzdem: die Erfahrung zeigt doch, dass das uns Menschen einfach   nicht „jederzeit“ möglich ist!

Paulus: Wirklich nicht? Woran könnte das liegen? Wenn Jesus uns die   vollkommene Freude zusagt, dann will er sie doch auch schenken?!

Iris: Also das nehme ich schon auch stark an! Dann muss es also an uns,   an mir liegen, wenn die Freude nicht in uns bleibt…. Wie hast du die   Freude gelebt?

Paulus: Wie du weißt, war ich Spezialist im Studium der Schrift, dessen,   was ihr jetzt das Alte oder Erste Testament nennt. Dort heißt es im  Buch   Nehemia: Die Freude an Gott ist unsere Kraft[5].

Sich an Gott freuen gibt also Kraft! Und in meinem Brief an die Philipper habe ich auch einen Grund für diese Freude angegeben: der Herr ist nahe![6]

Iris: Ah, jetzt geht mir ein Licht auf:

wenn ich in Jesus bleibe, bleibe ich in der Liebe und in der Freude. In Jesus bleiben kann auch nicht so schwer sein, weil er ja nahe ist, auch in dem Sinn, dass er immer da ist, einfach da! Daran kann ich mich freuen  und bekomme Kraft für mein Leben.

Paulus: Genau. Aber da ist noch etwas: zur Freude, um sich jederzeit im Herrn freuen zu können, braucht der Mensch auch die Tugend der Tapferkeit.

Iris: Wie bitte? Die Tugend der Tapferkeit?

Paulus: Ja, du hast richtig gehört. Wenn ich die Freude nicht verlieren wollte inmitten aller Bedrängnisse, die ich für Christus erlitten habe[7]– und du weißt ja, dass ich in meinem Leben, besonders seit ich Jünger Jesu geworden war, auch nicht immer nur Grund zur fühlbaren Freude hatte – dann war das nur möglich mit Hilfe der Tapferkeit.

Iris: Erklär mir das, bitte!

Paulus: Tapferkeit, das kann meinen, sich nicht beeindrucken zu lassen und sich nicht entmutigen zu lassen! Es meint, den eigenen Weg zu gehen so wie eben nur ich ihn gehen kann – und so ist es auch gut und von Gott gewollt. Wenn ich darauf achte, auf meinem Weg zu bleiben, mich nicht beeindrucken lasse von dem, was da so rundherum an Meinungen, Forderungen, Ängsten herumschwirrt, wenn ich mit Gottvertrauen an meine Aufgaben herangehe und mich nicht entmutigen lasse, wenn etwas nicht so läuft wie ich mir das gedacht habe, dann kann ich auch in der Freude bleiben. Und Zeugnis ablegen für Christus, der uns die vollkommene Freude schenkt!

Iris: Das klingt sehr reizvoll, wird uns aber ohne die Gnade nicht gelingen. Aber das lehrt uns ja auch dein Weg mit Christus: Seine Gnade genügt immer![8]

Paulus: Ja, das habe ich erfahren!

Iris:  Aber nochmals zurück zu unserer Situation in der Zeit: Die Kinder freuen sich auf Weihnachten, die Eltern freuen sich, wenn es vorüber ist….Wir Christen freuen uns, weil Jesus nahe ist, weil er Mensch wird wie wir – klein, schwach, angewiesen, leidensfähig. Das hat ja auch dich ganz schön herausgefordert?

 

  Paulus: Und es ist gut, wenn es auch für euch Menschen des    dritten    Jahrtausends eine Herausforderung bleibt! Ihr könnt gar nicht   genug   darüber staunen, was Gott sich da in seiner dreifaltigen   Liebe einfallen hat lassen: selber Mensch zu werden in seinem  Wort,    das der Vater gezeugt hat, das Mensch wird in Jesus   Christus durch das Wirken des Hl. Geistes!

Iris: Oh, jetzt wirst du ganz theologisch! Könntest du das nochmals   „auf Deutsch“ sagen – eben für die Menschen des 3. Jahrtausends?

Paulus: Aber gern! Vielleicht so, wie es eine große Frau deiner Zeit formuliert hat: „Jesus, der Mensch gewordene Gottessohn, hat einfach mitten unter den Menschen gelebt, er hat in Liebe zu ihnen gehört, es war seine Freude, unter den Menschen zu sein. Er hat nicht gezögert, die Größe seiner Gottheit zu verhüllen und als Mensch zu leben. Er hat unserem Menschsein eine völlig neue Würde geschenkt.“[9]

Iris: Nun, das ist wirklich Grund zur Freude! Du, Paulus, ich dank dir für dieses froh machende Gespräch – und freu mich schon auf  das nächste!
Paulus: Ich auch! Und bis dahin: Gesegnete Weihnachten in der Freude im Herrn!



 

[1] 1 Kor.2,4

 

[2] Phil.4,4

[3] 1. Kor.8,6 u.v.a.

[4] Joh.15,9ff

[5] Neh.8,10b

[6] Phil.4,4

[7] 2 Kor.12,10

[8] 2 Kor.12,9

 

[9] Kl. Sr. Magdeleine Hutin, vgl. Spr. 8,31; Phil 2,6f

Steckbrief Paulus

Name: Paulus, ehemals Saulus
Geboren: 9 nach Christus
Geburtsort: Tarsus in Zilizien 
Wohnort: Himmel 
Stand: ehelos um des Himmelreiches willen
Ausbildung: Pharisäer
Beruf: Apostel mit Feuer
Hobby: Christus verkünden, reisen
Entscheidendes Erlebnis:Christusbegegnung vor Damsakus  
Tod: um 64 n. Chr. durch das Schwert

 

 

 

 

 

 

 

 

Steckbrief Iris

Name: Iris
Beiname: die mit den offenen Augen
Stand: sucht ihre ganz persönliche Berufung
Beruf: Journalistin
Namenspatronin: Iris (Gedenktag: 4. September) eine Tochter des Apostels Philippus, jenes Jüngers Jesu, der von den Griechen gebeten wurde: „Herr, wir möchten Jesus sehen“  
Hobby: ChristImpuls schreiben, lesen (Bibel!) Musik, und vieles mehr!
Lebensmotto:„Duc in altum“

 

 

 

 

Grüß Gott!

Sie sind auf einer Website gelandet, die  ein neu gestarteter Versuch ist: 
Inmitten einer multikulturellen Umgebung zu leben, ist für uns Christen oft eine Herausforderung! Es kann uns gehen wie einem von Wellen hin und hergeworfenen Boot…
So wollen wir unter dem Leitwort „Auf Christus schauen“ – Sie werden sich erinnern, es war das Motto des Papstbesuchs in Österreich 2007 – versuchen, christliche Grundwahrheiten neu zu entdecken und zu vertiefen, um dadurch neu fähig zu werden, in unserem Umfeld das zu leben, was unseren Glauben ausmacht. Wir wollen auf Christus schauen, auf seine Person, sein Leben und Wirken – damals wie heute.
Sie werden auf unserer Seite jeweils einem Interview mit Paulus begegnen. Sein Gegenüber ist „Iris - die mit den offenen Augen“. Sie wird sich selber noch vorstellen und uns zu einem Dialog mit dem hl. Paulus einladen.
Lassen Sie sich hinein nehmen in diesen Dialog und nehmen Sie heraus, was für Sie gerade jetzt wichtig ist.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen! Zum Umsetzten finden Sie unter "Christimpulse für den Alltag" einige Tipps, und wenn Sie sich mit uns zu einer „Christimpulsfamilie“ verbinden wollen, laden wir Sie ein, mit uns zu beten.

Wir wünschen Ihnen einige besinnliche Stunden, die Sie hineinführen in das große Geheimnis, das wir zu Weihnachten feiern, und ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Herzlich grüßt Sie
Sr. M. Gratia